Dieses Buch ist mehr als eine Sammlung von Erfahrungsberichten: Es ist ein politisches Statement und eine Einladung zum Handeln. Zwölf Regisseurinnen berichten, wie sie sich gegen strukturelle Ungleichheiten in der Filmbranche gewehrt haben. Durch die Gründung von Pro Quote Regie im Jahr 2014 und Pro Quote Film im Jahr 2018 haben sie die deutsche Film- und Fernsehlandschaft nachhaltig verändert. Das Buch beweist: Veränderung ist möglich – mit Mut, Beharrlichkeit und Solidarität. 2013 wurden nur 15 Prozent aller Filme in Deutschland von Frauen inszeniert, obwohl der Frauenanteil unter den Filmabsolventinnen und -absolventen fast genauso hoch war wie der der Männer. Anstatt zu klagen, zeigen die Autorinnen, wie sie sich organisiert, vernetzt und sichtbar gemacht haben. Mit persönlichen Geschichten und politischen Analysen dokumentieren sie den Wandel einer Branche und das Erwachen einer Generation von Filmemacherinnen, die sich nicht länger an die Ränder drängen lassen wollen. Der Ton ist kämpferisch, reflektiert und zugleich humorvoll. Machtmissbrauch, Sexismus und strukturelle Diskriminierung werden offen benannt – mit Witz und Selbstironie, ohne an Schärfe zu verlieren. Zitate, Briefe und Stellungnahmen geben dem Text eine lebendige, vielstimmige Struktur. So entsteht das Porträt einer Bewegung, die für ein gerechteres und vielfältigeres Erzählen kämpft. Der Untertitel »Gebrauchsanweisung für die politische Arbeit« trifft den Kern. Das Buch liefert Strategien und Denkanstöße, die weit über die Filmbranche hinausreichen. Es zeigt, wie aus Unzufriedenheit kollektive Kraft wird – ob in Kunst, Politik oder Wirtschaft. Dies ist kein trockenes Sachbuch, sondern ein leidenschaftlicher Aufruf zur Selbstermächtigung – eine Pflichtlektüre für alle, die etwas bewegen wollen. Es macht Mut, kanalisiert Wut und zeigt: Veränderung beginnt dort, wo Menschen sich zusammentun. Ein kraftvolles, inspirierendes Buch – nicht nur für Filmschaffende, sondern für alle, die an Gleichberechtigung und Wandel glauben.
Imogen Kimmel, Bettina Schoeller Bouju und Barbara Teufel. Anleitung für eine Rebellion. Zwölf Regisseurinnen schreiben Geschichte. Marburg 2025