Zum Orden pour le Mérite, dem Großen Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik, dem Echo Klassik und anderen bedeutenden Auszeichnungen mehr kommt nun für die Sängerin, Regisseurin, Gesangspädagogin und Intendantin Brigitte Fassbaender eine weitere hinzu: Sie erhält den Deutschen Theaterpreis DER FAUST für ihr Lebenswerk. Bei einer großen Gala am 14. November 2026 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden wird die Preisträgerin ausgezeichnet. Mehr als verdient!

Fassbaender, geboren 1939 in Berlin, studierte Gesang bei ihrem Vater, dem Kammersänger Willi Domgraf-Fassbaender. Mit 21 Jahren debütierte sie an der Bayerischen Staatsoper in München. Es folgten internationale Stationen an allen führenden Opernhäusern und Festspielen weltweit. Eine Mezzosopranistin von Weltklasse, die auch viel für die Gleichberechtigung in ihrem Fach getan hat: Als erste Frau nahm sie die drei großen Liederzyklen von Franz Schubert auf. Nach ihrer aktiven Gesangskarriere profilierte sie sich als Musiktheater-Regisseurin und Intendantin des Tiroler Landestheater in Innsbruck (1999–2012). Sie habe »das Musiktheater geprägt wie kaum eine Sängerin ihrer Generation. Als Mezzosopranistin brillierte sie mit ihren Hosenrollen – etwa Octavian im ›Rosenkavalier‹, Cherubino im ›Figaro‹ oder Orlofsky in der ›Fledermaus‹ – auf zahlreichen Bühnen weltweit. Auch ihr Wechsel ins Regiefach und später ihre langjährige Intendanz des Tiroler Landestheaters wurden zur Inspiration und zum Vorbild für viele Frauen, sich in diesen damals noch stark männlich dominierten Beruf zu wagen«, so die Preisjury.

Und es geht weiter: Im April 2027 wird Fassbaenders Inszenierung von Strauss’ lyrischer Komödie »Arabella« am Badischen Staatstheater Karlsruhe Premiere feiern.

Vielen Dank, liebe Birgitte Fassbaender – und herzlichen Glückwunsch!

Dieser Text ist zuerst erschienen in Politik & Kultur 11-12/2026