Im Jahr 1976, vor 50 Jahren, wurde die Kulturpolitische Gesellschaft (KuPoGe) von Olaf Schwencke und zahlreichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern gegründet. Anlässlich dieses Jubiläums blickt der ebenso umfassende wie aufschlussreiche Band einmal zurück – und aber auch nach vorn. Es wird die Entwicklung der KuPoGe nachgezeichnet und dabei zugleich gezeigt, wie sich Kulturpolitik in den vergangenen fünf Jahrzehnten als eigenständiges gesellschaftliches und politisches Handlungsfeld etabliert hat. Ausgehend von den Anfängen im Umfeld der kulturpolitischen Diskussionen in der Evangelischen Akademie Loccum schildert das Buch die Entwicklung der KuPoGe von einer engagierten Mitgliederinitiative zu einer wichtigen Stimme in der deutschen Kulturpolitik. Ihr Anspruch war und ist: Unabhängig von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Interessenverbänden sollte sie als Personenzusammenschluss Raum für Austausch, Vernetzung und die kritische Reflexion kulturpolitischer Entwicklungen schaffen. Norbert Sievers, bis 2020 Hauptgeschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft, beschreibt die Strukturen und Wirkungen der Gesellschaft bis ins Detail und macht deutlich, wie eng ihre Geschichte mit den großen gesellschaftlichen Veränderungen der Bundesrepublik, etwa der Wiedervereinigung, verknüpft ist. Es ist so ein Nachschlagewerk entstanden, dessen Wirkung über das Jubiläumsjahr hinausreicht. Wer sich für die Mechanismen einer Organisation inmitten kulturpolitischer Prozesse interessiert, erhält Einblicke in die Rolle von Forschung, Beratung, Netzwerkarbeit und zivilgesellschaftlichem Engagement. Das Buch ist somit nicht nur eine wertvolle Dokumentation, sondern bietet auch einen Ausblick auf die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte.
Norbert Sievers. 50 Jahre Kulturpolitische Gesellschaft: Organisationsgeschichte. Bonn 2026