Béatrice Portoff steht für ein Kulturverständnis, das auf Austausch, Vernetzung und gegenseitiger Förderung basiert. Die Juristin ist Präsidentin der GEDOK, der Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen. In Straßburg geboren und in Luxemburg und Brüssel aufgewachsen, kam Béatrice Portoff früh mit europäischen Perspektiven in Berührung. Dieses Interesse begleitet sie bis heute. Nach ihrem Studium führten ihre beruflichen Stationen sie nach Kalifornien und Asien. In Peking arbeitete sie für eine EU-Delegation, in Hongkong absolvierte sie einen juristischen Master und war anschließend als Anwältin tätig, wobei sie sich auf Kooperationen zwischen China und der Europäischen Union spezialisierte. Japan, das Béatrice Portoff bereits 1985 kennengelernt hatte, blieb ein prägender Bezugspunkt: In Tokio engagierte sie sich als Generalsekretärin eines französisch-japanischen Frauenclubs. Die Vernetzung und Förderung von Frauen begleitet sie bis heute. So ist Portoff Mitglied im International Women’s Club, dessen Präsidentin sie 2017 war. Ihr langjähriges Engagement für kulturellen Austausch, für Literatur und für die europäische Idee findet heute seinen Ausdruck in ihrer Arbeit als Präsidentin der GEDOK. Der Verband, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, wurde 1926 von Ida Dehmel als spartenübergreifende, bewusst unpolitische Gemeinschaft gegründet, um Künstlerinnen Arbeits- und Sichtbarkeitsräume zu eröffnen. Heute ist die GEDOK das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen mit über 2.800 Mitgliedern in 23 Ortsgruppen.
Dieser Text ist zuerst erschienen in Politik & Kultur 2/2026